Handschlag zweier Männer über einen Schreibtisch hinweg
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Unterstützungsangebot für BetriebeVermittlung zwischen Behörde und Handwerksbetrieb

Mit der Einrichtung einer neuen, unabhängigen Ombudsstelle schafft die Handwerkskammer für Unterfranken eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, die sich mit behördlichen Hürden und administrativen Belastungen konfrontiert sehen. Für diese anspruchsvolle Aufgabe konnte die Kammer eine ebenso erfahrene wie profilierte Persönlichkeit gewinnen: Klaus Walther, der langjährige Wirtschaftsförderer der Stadt Würzburg, übernimmt die Stelle des Ombudsmanns ab 1. April 2026.

"Für Handwerksbetriebe sind überbordende Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren oft mehr als nur ein Ärgernis – sie sind handfeste Wettbewerbsnachteile, die Zeit, Geld und Ressourcen binden", weiß Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Genau hier setzt die neu geschaffene Ombudsstelle an. Ihr Ziel ist es, als neutrale, vertrauenswürdige und lösungsorientierte Vermittlerin zwischen den Betrieben und der Verwaltung zu agieren.

Moderation und Vermittlung im Fokus

Der Fokus liegt dabei weniger auf den Gesetzen selbst als vielmehr auf deren Auslegung und Umsetzung im Verwaltungsalltag. "Ob es um unklare Auflagen des Bauamts, Verzögerungen bei der Gewerbeanmeldung oder Konflikte mit anderen Behörden geht – die Ombudsstelle bietet schnelle und unbürokratische Hilfe im gesamten unterfränkischen Kammerbezirk. Klaus Walther agiert hier als lösungsorientierter Moderator in einem vermeintlich festgefahrenen Verfahren", so Ludwig Paul.

In der ersten Phase des neuen Projektes steht die neu geschaffene ehrenamtliche Stelle den Betrieben in einem begrenzten Zeitrahmen zur Verfügung. Ziel der ersten Phase ist es, zu ermitteln welcher konkrete Bedarf seitens der Betriebe besteht und wie Lösungen für die unterschiedlichen Themen aussehen können. 

 

Sie möchten die Unterstützung der Ombudsstelle für Ihren Betrieb nutzen?

Die Ombudsstelle der Handwerkskammer für Unterfranken können Sie über das Kontaktformular auf der folgenden Seite erreichen:

zur Seite Ombudsstelle mit Kontaktformular

E-Mail:  ombudsstelle@hwk-ufr.de

Das bietet die Ombudsstelle:

  • Ein zentraler Ansprechpartner: Statt sich durch verschiedene Ämter zu kämpfen, erhalten Betriebe eine kompetente Anlaufstelle.
  • Konfliktlösung durch Moderation: Die Ombudsstelle vermittelt bei Unstimmigkeiten und hilft, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden.
  • Vertraulichkeit und Schutz: Betriebe können auch anonym auf strukturelle Probleme oder Missstände hinweisen, ohne Nachteile befürchten zu müssen.
  • Nachhaltige Verbesserung: Durch die systematische Erfassung der Fälle werden wiederkehrende Probleme identifiziert. Die Ombudsstelle gibt diese Erkenntnisse direkt an die Kammerspitze weiter, um auf strukturelle Verbesserungen in den Verwaltungsprozessen hinzuwirken.


Von Bauauflagen bis Immissionsschutzanforderungen

Um das Tätigkeitsfeld der Ombudsstelle greifbarer zu machen, finden Sie nachfolgend einige Fallkonstellationen skizziert:

Baustellen und Umleitungen

Ein auf Laufkundschaft/Durchgangsverkehr angewiesener Betrieb wird durch eine baubedingte Umleitung vom Verkehr abgeschnitten. Die führt zu massiven Umsatzeinbußen und gefährdet die Existenz des Betriebes.

Die Ombudsstelle kann helfen:

  • Kontakt zu Behörden herzustellen
  • Lösungen wie Hinweisschilder, Kurzzeitparkplätze oder bessere Umleitungen anzuregen
  • Betriebe früher in die Planungen mit einzubeziehen

Auflagen bei Betriebsübergaben

Eine Schreinerei umfasst sowohl den Gewerbebetrieb als auch ein dazugehöriges Wohnhaus. Für das Wohnhaus gilt die behördliche Auflage, dass ausschließlich der Inhaber der Schreinerei dort wohnen darf. Nun soll der Betrieb an den Sohn übergeben werden, der die Schreinereiaber nicht das Wohnhaus übernehmen möchte. In Abstimmung mit dem Landratsamt müssen vor der Übergabe die bestehenden Auflagen angepasst werden.

Die Ombudsstelle kann helfen:

  • bei Gesprächen mit Landratsamt und Behörden
  • bei der Suche nach rechtlich machbaren Lösungen

Unverhältnismäßige Bauauflage

Eine Schreinerei erhält die Auflage, eine überdimensionierte und extrem teure Löschwasserzisterne zu errichten, obwohl der Anschluss an das öffentliche Netz ausreichend erscheint.

Die Ombudsstelle kann helfen:

  • die Verhältnismäßigkeit bei der Amtsleitung zu hinterfragen
  • fachliche Alternativen anzuregen
  • technische Lösungen als Ausgleich ins Gespräch zu bringen



Auslegung von Hygienevorschriften

Bei der Betriebsprüfung einer Metzgerei durch einen neuen Lebensmittelkontrolleur ergeben sich unterschiedliche Auffassungen über die Umsetzung bestimmter Hygieneanforderungen, welche ggf. eine kostspielige Sanierung erfordern würde.

Die Ombudsstelle vermittelt:

  • zwischen Betrieb und Fachbehörde
  • bei der Strukturierung offener Fragen, die vermittelnd auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hinwirken
  • mit dem Ziel, gesetzeskonforme, praktikable Lösungen zu finden

Konflikt bei Immissionsschutzanforderungen

Ein Metallbaubetrieb plant die Erweiterung seiner Produktionsanlagen. Zwischen Unternehmen und Genehmigungsbehörde bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die geltenden Immissionsschutzanforderungen im konkreten Einzelfall anzuwenden sind.

Die Ombudsstelle kann helfen:

  • den Austausch mit der Genehmigungsbehörde zu strukturieren
  • zusätzliche technische Lösungen einzubringen, mit dem Ziel eine Neubewertung zu ermöglichen

Behördliche Auflagen erschweren die geplante Nutzung

Der Gründer einer Metzgerei möchte die angemieteten Räumlichkeiten mit einer Küche ausstatten. Die Baugenehmigung wird mehrmals verschärft und mit neuen Auflagen belegt. Die kostengünstigeren Vorschläge des Gründers werden vom Bauamt nicht akzeptiert.

Die Ombudsstelle kann helfen:

  • bei der Abstimmung mit dem Bauamt
  • bei der Bündelung aller 



Schnittstelle zwischen Unternehmen und Verwaltung

"Mit Klaus Walther konnten wir einen Mann für die Position gewinnen, dessen Karriere für erfolgreiche Vermittlung und nachhaltige Entwicklung steht. Nach fast 40 Dienstjahren bei der Stadt Würzburg, zuletzt als Leiter des direkt dem Oberbürgermeister zugeordneten Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Standortmarketing, hat er bewiesen, dass er Visionen in die Tat umsetzen kann", so die Einschätzung von Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken.

Insbesondere bei der Förderung von Start-ups und speziell dem Aufbau und der Leitung von Gründerzentren und der Entwicklung der Gewerbeflächen des Hubland-Areals zeigte Klaus Walther seine Fähigkeit, komplexe Vorhaben zu steuern und die Interessen von Wirtschaft, Verwaltung und Politik erfolgreich zusammenzuführen.

"Genau diese Eigenschaften, gepaart mit seinem exzellenten Netzwerk in kommunale Behörden, Verbände und Institutionen, machen ihn zur Idealbesetzung für die Rolle des Ombudsmanns. Er kennt die Strukturen der Verwaltung von innen und versteht gleichzeitig die Bedürfnisse der Wirtschaft", freuen sich Michael Bissert und Ludwig Paul.

Die organisatorische Anbindung der Ombudsstelle direkt bei Präsident Michael Bissert und Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul unterstreicht ihre Unabhängigkeit und Bedeutung. Klaus Walther als Ombudsmann arbeitet als Stabsstelle, hat jedoch vollen Zugriff auf das Fachwissen aller Abteilungen der Kammer – von Recht und Steuern bis zur Technik- und Umweltberatung.

Mit dieser neuen Struktur investiert die Handwerkskammer für Unterfranken nicht nur in die Lösung von Einzelfällen, sondern in die langfristige Stärkung des Wirtschaftsstandorts.

Porträtfoto Klaus Walther
privat
Klaus Walther wurde von der Handwerkskammer für Unterfranken zum Ombudsmann berufen.

In welchen Fällen kann die Ombudsstelle unterstützen? Wie arbeitet die Ombudsstelle?Diese Fragen beantwortet Klaus Walther im   Interview.